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... um die Stimmen der Frauen
Das Frauenbild der Parteien im Spiegel ihrer Wahlplakate von 1919-2004


Die Wanderausstellung "...um die Stimme der Frauen - Das Frauenbild der Parteien im Spiegel ihrer Wahlplakate von 1919 bis 2004" gastierte im Oktober 2007 im Landratsamt von Erbach. Im Rahmen einer Feierstunde eröffnete die Kreisbeigeordnete und Vorsitzende der Kreisfrauenkommission Dr. Erika Ober (SPD) gemeinsam mit der Frauenbeauftragten Amarelle Opel die Schau.
Dass es den Organisatorinnen der Veranstaltung nicht nur um historische Aufarbeitung des Frauenpolitik des vergangenen Jahrhunderts geht, sondern damit auch eine Aufforderung zur Vollendung der Gleichstellungsbemühungen verbunden ist, machte Ober mit den Worten deutlich: "Das Ziel der Gleichberechtigung der Geschlechter darf nicht auf Kinderbetreuung reduziert werden, sondern muss auch für Führungspositionen gelten. Wir wollen Frauen ansprechen und ermuntern selbst ihren Beitrag zu leisten."
Dr. Karin Ehrich vom Verein zur Förderung der Frauenpolitik in Niedersachsen, der seit der Erstpräsentation im Dezember 2004 im ganzen Bundesgebiet mit seiner Ausstellung unterwegs ist, erläuterte im Anschluss den Kampf zunächst um das Frauenwahlrecht als solches, nach dessen Einführung konkret um die Stimme der Frauen bei Reichs- und Bundestagswahlen.
Bereits im Jahr 1870 wurde von Frauenrechtlerinnen die Einführung des Wahlrechts auch für die weibliche Bevölkerung gefordert. Ein Vereinsgesetz aus dem Jahr 1850 verbot "Frauen-Personen, Geisteskranken, Schülern und Lehrlingen" auch die Mitgliedschaft in politischen Vereinigungen. "Obrigkeit ist männlich" hieß es, "auf Grund ihrer Gemütstiefe" sei es Frauen nicht möglich ohne Ansehen der Person zu handeln. Im heutigen Sprachgebrauch würde dies heißen: Frauen sind zu rationalen Erwägungen von Natur aus nicht befähigt.
Erst mit der Gründung der Weimarer Republik im Jahr 1918 wurde das allgemeine Wahlrecht in der deutschen Verfassung verankert. Dieser Schritt gab gleichzeitig den Startschuss für ein intensives Buhlen um die Stimme der Frauen, die mit ihrem Votum Wahlen stark beeinflussen, gar entscheiden konnten. Da auch das Plakatierungsverbot nach 1918 entfiel, war das Wahlplakat ein, wenn nicht das zentrale Mittel der Wahlkampfauseinandersetzung.

Einen lokalen Bezug erhielt die Ausstellung durch ein Projekt der Gruppe "Mädchen Medien Zukunft" des Bildungswerkes der Hessischen Wirtschaft e.V. in Michelstadt. Unter der Leitung von Barbara Linnenbrügger hatten medieninteressierte Mädchen und junge Frauen Kreistagspolitikerinnen des Odenwaldkreises zu ihrer Motivation ein politisches Mandat auszuüben unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten befragt. "Besonders interessant war für die Teilnehmerinnen nicht nur das Thema "Feminismus - Frauenrechte - Frauenwahlrecht" an sich, sondern auch die Möglichkeit, gewählte Kreistagspolitikerinnen persönlich kennen zu lernen - festzustellen, dass es sich dabei um echte Menschen handelt" erläuterte Cornelia Wind. Die Ergebnisse wurden an Hand anschaulicher Powerpoint-Folien von den Absolventinnen Claudia Buchmüller und Merve Kolac vorgestellt. Die Präsentation wird die Plakatausstellung auf mehreren Bildschirmen bis zum Ende begleiten.

Powerpoint-Präsentation
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